Dies ist die Geschichte einer Leukämieerkrankung

Aus der Sicht einer Omi, deren Enkeltochter mit 4 erkrankt ist!

Es war ein trüber Tag im März, als die Kleine wieder einmal eine Erkältung bekam. Aber diesmal war alles anders. Es ging Ihr von Tag zu Tag schlechter. Sie wollte nicht essen oder aufstehen, wie gesagt es war alles anders. Auf unser Verlangen hin wurde Ihr Blut genommen, was die sofortige Einweisung in die Onkologie zur Folge hatte.

Der Arzt sagte uns sofort, was er dachte, und so was es dann auch. Einen Tag später die niederschmetternde Diagnose „KREBS – LEUKÄMIE“. Man sagte uns: Wir hätten immer noch Glück im Unglück. Er war die Form, die nur bei Kindern vorkommt und nennt sich ALL (akute lymphoblastäre Leukämie). Die Überlebensrate liegt bei ca. 80 – 85%. Und daran klammert man sich sehr. Und doch kommt der Gedanke – was ist, wenn Du bei dem Rest bist?
Man ist wie betäubt, und kann es nicht in Worte fassen – warum wir??

Die ersten Wochen waren sehr schlimm. Sie hatte sich noch im Krankenhaus Rotaviren eingefangen. Sie konnte oder wollte kaum Essen, hatte nur Durchfall. Das hatte zur Folge, dass Sie immer dünner wurde. Man konnte bei dem Anblick schon Angst bekommen. Sie war von den anderen Kindern isoliert und durfte nicht raus, und wir nur mit Kittel und Mundschutz ins Zimmer.

Nach drei langen Wochen der erste Urlaub zu Hause, es war Ostern. Sie war sehr schwach und konnte kaum laufen. Und dann schlagartig hatte Sie wieder Interesse und es ging Ihr von Tag zu Tag besser. Die Ärzte waren sehr zufrieden und der Krebs ist im Moment auch aus dem Körper verschwunden. Mittlerweile haben wir fast den dritten Chemoblock geschafft, damit ist die Intensivtherapie beendet. Im November schließt sich eine 4-wöchige Kur an.

Wie schon gesagt, geht es Ihr jetzt super. Sie macht alles, was ein  gesundes Kind auch macht, oder sagen wir fast alles. Sie will sehr normal behandelt werden und ist überhaupt nicht wehleidig. Man glaubt nicht, was so ein kleiner Körper alles aushalten kann. Sie hat auch nie Ihr Lachen verloren. Wir machen sehr viel Spaß.

In dieser Zeit ist auch die Familie sehr zusammen gerückt, anders wäre es wohl nicht zu schaffen gewesen. Ich, als Omi, komme mal so, mal so über die Zeit. Es gibt Tage, wo man ohne jeden Grund denkt, es geht nicht mehr weiter und ist niedergeschlagen und sehr traurig. Die andere Zeit ist man damit beschäftig, alles für das Kind zu tun. Für sich selber hat man eigentlich keine Zeit mehr.

Man wird wohl die nächsten Jahre in ständiger Angst vor einen Rückfall leben. Ich finde, dass ist das schlimmste an dieser verdammten Krankheit – die Ungewissheit – kommt es zurück?

Ich möchte damit allen Betroffenen Mut machen, dass es immer weiter geht und dass es schön ist, dass es solche Seiten wie diese im Internet gibt.

Als die Diagnose bei uns kam, habe ich sehr lange im Internet gesucht, bis ich auf diese Seite kam. Ich wünsche mir nur eines, dass für meinen kleinen Sonnenschein noch sehr lange die Sonne scheint und alles wieder gut ist und man denkt, es was ein böser Traum.

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